Der Ambulante Hospizdienst

Ein Besuchsdienst für Schwerkranke und Sterbende und ihre Angehörigen

Die allerwichtigste Frage
„Wie werde ich merken, dass es soweit ist? Wie stirbt man?“ Die alte Dame blickte mit unsicheren Augen ihre Besucherin an, zugleich voller Hoffnung, dass sie auf diese, ihr jetzt allerwichtigste Frage, eine Antwort erhalten würde.
Zwei Tage zuvor hatte sich die Tochter der Kranken an den ambulanten Hospizdienst gewandt und mit der Koordinatorin Birgitta Radau den Termin für den Besuch abgesprochen. Liebevoll kümmerte sie sich um ihre alte Mutter und hatte doch den Eindruck, dass es etwas gäbe, wofür sie Unterstützung brauchte. Der Besuch der Ehrenamtlichen des Hospizdienstes fand denn auch gleich tags darauf statt. Die Kranke wünschte sich, mit ihrer Besucherin allein gelassen zu werden. Sie traute sich nicht, in Anwesenheit der Tochter ihre allerwichtigste Frage zu stellen. Vielleicht fürchtete sie, dass die Tochter in Tränen ausbrechen würde oder dass sie ihr schlicht keine Antwort geben könnte, weil sie noch nie zuvor an einem Sterbebett gesessen hatte. In einem längeren Gespräch, mit kleinen Pausen durchzogen, damit die Kranke einen Schluck Wasser zu trinken und den Atem zu beruhigen konnte, erzählte die Ehrenamtliche von ihren Erfahrungen mit dem Sterben. Die beiden Frauen fanden in einen vertrauensvollen Austausch. Nach etwa eineinhalb Stunden verabschiedete sich die Ehrenamtliche und vereinbarte, am übernächsten Tag wieder zu kommen.
Dieser Besuch fand nicht mehr statt, denn die alte Dame war inzwischen verstorben. Die Antwort auf ihre allerwichtigste Frage hatte geholfen, ihr den Weg zu bereiten.

Was der ehrenamtliche Besuchsdienst macht
Die Möglichkeiten sind vielfältig. Natürlich halten wir Sitzwachen am Sterbebett. Niemand soll allein sein, wenn er oder sie das nicht will. Die Koordinatorin versucht im Gespräch mit dem Kranken und den Angehörigen herauszufinden, wie der Bedarf aussieht. Braucht man jemanden zum Spazierengehen? Oder gibt es Schwierigkeiten mit dem Computer, der das Fenster in die Welt geworden ist und immer mal wieder gerichtet werden muss? Braucht jemand ein verständnisvolles Ohr in der schwierigen Zeit des Abschiednehmens? Vielleicht muss die Ehefrau einen Arzttermin wahrnehmen und kann den kranken Ehemann inzwischen nicht allein zu Hause lassen. Vielleicht sind die Angehörigen eines alten Menschen im Pflegeheim nicht vor Ort und wünschen sich Besuche für den alten Vater, die alte Mutter. Oder, oder, oder.

Wer kommt
Seit 1991 bietet die Hospizbewegung kostenlose Unterstützung durch Ehrenamtliche in der letzten Lebenszeit an. Männer und Frauen mit Lebenserfahrung, die sorgfältig vorbereitet werden für ihren Dienst während eines ca. neun Monate dauernden Einführungskurses. Sie setzen sich mit ihren eigenen Erfahrungen rund um das Thema Krankheit, Abschied, Tod und Trauer auseinander; dabei gewinnen sie das Zutrauen in die eigenen, oftmals noch schlummernden Fähigkeiten. Zurzeit sind es 50 Menschen, die ihre freie Zeit für das hohe Ziel einsetzen, Sterbenskranken eine Stütze zu sein in der letzten Lebenszeit.

Kontakt
Birgitta Radau, Koordinatorin
Tel. 0173 37 11 226
Mail: birgitta.radau@stiftung-liebenau.de

Isabel Römer, Stellvertr. Koordinatorin
Tel. 0175 2621945
Mail: isabel.roemer@stiftung-liebenau.de

 

Ambulanter Hospizdienst

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Das Stationäre Hospiz

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Hospizbewegung St. Josef Friedrichshafen e.V.